Der gute Ruf der Architekten

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der gute ruf der architekten
Der gute Ruf der Architekten, 2005

Intervention im öffentlichen Raum als Beitrag zu „x-wohnungen, Suburbs 2005“ (Hebbel am Ufer), einem Projekt an der Schnittstelle zwischen privatem und öffentlichem Raum.

Im Märkischen Viertel wählten wir den Gebäudekomplex der Architekten Müller/Heinrichs, der von Atelier-Penthäusern gekrönt wird. Oben angekommen tritt man hinaus aufs Dach. Aus dieser Perspektive werden die Wohnmaschinen tektonische Massen, verschattete Schluchten, kahle Bergrücken, Gebirgsketten. Die verwitterten Holzstege, die über die Dächer führen, versetzen in Wanderstimmung.

Die Besucher, die jeweils zu zweit eintrafen, wurden mit Helm und Megaphon ausgestattet und an den Rand des Dachs geführt. Von hier riefen sie programmatische Sätze der Architekten des Märkischen Viertels durch die Megaphone. Auf sechs umliegenden Dächern waren Assistenten postiert, die die Rufe beantworteten. So entstand eine Klangwolke, in der die Euphorie des Anfangs wieder hörbar wurde.

Das Märkische Viertel ist ein Hochhausviertel an der Peripherie, wo in den 60er Jahren ein autarker Stadtteil aus dem Boden gestampft wurde, um viele Menschen auf geringem Raum möglichst schnell unterzubringen. Der Traum vom verdichteten Wohnen schlug rasch in einen Alptraum um – zumindest was die öffentliche Meinung anging. Damals aber fühlten sich die Architekten auf einem gemeinsamen Weg in die Zukunft. Ein Glücksfall die Chance, großdimensioniert zu agieren. Mitten ins Niemandsland wilder Gartenkolonien setzten sie die Stadt der Zukunft. Eine Landschaft mit Gehöften für Riesen. Vor Dimension war niemand bange. Wer ein Haus baute, konnte auch eine Stadt bauen. Eine schöne neue große Stadt.

Projekttext
Karte (pdf, 420 KB)

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